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13. Dezember
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Vinnis cooles Weihnachtsgeschenk

Dring dring! Ich schreckte aus dem Schlaf. „Mann, dieser Wecker ist einfach viel zu laut“, murmelte ich. Da hörte ich auch schon die Stimme meiner Mutter: “Vinni, das Frühstück ist fertig!“ Langsam zog ich mich an und schlurfte die Treppe zum Frühstückstisch hinunter. Mein kleiner Bruder Sam versuchte gerade mit seinem Plastiklöffelchen, Mum Karottenbrei ins Gesicht zu schleudern. Ich nahm mir schnell einen Toast und bestrich ihn mit einer dicken Schicht Marmelade. Platsch! Ein fetter Patzen Karottenbrei landete auf Mums neuem T-Shirt. Kreischend rannte sie nach oben und zog sich um. „Platsch hots auf Mama Leibal gmocht!“, rief Sam jetzt und hüpfte auf der Bank auf und ab.
Ich schlang meinen Toast hinunter, schlüpfte in meine Winterjacke, packte meinen Schulrucksack und schlüpfte zur Tür hinaus. Draußen war es eiskalt, und trotzdem war noch keine einzige Schneeflocke zu Boden gefallen.
Auf dem Weg zur Schule kam ich immer an einem Rosenbusch vorbei - auch heute. Aber als ich an ihm vorbei ging, sah ich etwas Blaues schimmern. Ohne lange zu überlegen, schob ich seine Zweige etwas auseinander und vor mir lag – ja wirklich – vor mir lag ein Ei! Ich hob es heraus und betrachtete es genauer. Ein Vogelei war es nicht, wäre auch komisch gewesen, weil Vögel ja bekanntlich im Frühling ihre Eier legen und nicht am 23. Dezember. Mein Blick fiel auf die Armbanduhr. Es war 7:20 Uhr, in zehn Minuten fing die Schule an! Schnell legte ich das Ei in meinen Rucksack und rannte los.
Nach der Schule hob ich das Ei vorsichtig zwischen meinen Heften heraus und legte es versteckt hinter meinem Bett auf den Heizkörper. Plötzlich bekam das große, gesprenkelte Ei einen Riss, quer durch die Schale. Das, das in dem Ei war, würde sicher bald schlüpfen. In dieser Nacht schlief ich tief und fest.
Plumps! Ich schlug die Augen auf, Sam war mit seinem kleinen Hinterteil auf mich draufgeplumpst und starrte mich mit seinen runden Augen an. Als er merkte, dass ich wach war, zeigte er zum Fenster und rief ganz aufgeregt: "„Do draußen is gonz vü Schnee!“ Tatsächlich – in der Nacht hatte es eine zehn Zentimeter dicke Schicht geschneit und es war noch kälter geworden. Schnell zog ich mich an und rannte mit Sam die Treppe hinunter. Wir schlüpften in unsere Winterjacken und liefen nach draußen. Kurz danach stand ein prächtiger Schneemann in unserem verschneiten Garten. Wir machten noch eine kleine Schneeballschlacht, doch dann wurde Sam kalt, weil er seinen Schal dem Schneemann gegeben hatte. Wir gingen also wieder hinein und mir fiel ein, dass ich heute noch nicht nach dem Ei gesehen hatte. Schnell rannte ich in mein Zimmer und sah, dass das Ei einen weiteren Riss hatte. Es war möglich, dass das in dem Ei noch heute schlüpfen würde.
Der Abend rückte immer näher und Sam wurde müde und grantig. Ich war ihm bloß aus Versehen auf den Zeh getreten und er hatte ein Mordstheater gemacht. Doch dann hatte er keine Zeit mehr zum grantig sein, denn es war so weit.
Sam starrte die Geschenke unter dem Christbaum mit großen Augen an. Er freute sich riesig über den Sandbagger, den ich ihm geschenkt hatte. Ich hatte auch viele tolle Geschenke bekommen, doch das Coolste bekam ich erst etwas später. Doch davon wusste ich jetzt noch nichts.
Nach dem Weihnachtsfest ging ich müde aber glücklich in mein Zimmer. Kaum hatte ich die Tür hinter mir zugezogen, hörte ich ein leises „Kracks“. Das in dem Ei war geschlüpft! Es war ein kleiner Drache. Und Drachen gab es, so weit ich wusste, nur mehr wenige!!! Der kleine Kerl war jedoch so erschöpft von dem Schlüpfen, dass er sofort einschlief und vom Heizkörper kullerte. Geschickt fing ich ihn auf, und legte ihn auf meinen Kopfpolster.
Am nächsten Tag borgte ich mir alle Bücher über Drachenerziehung aus der Bibliothek aus und verschlang eines nach dem anderen.
Ich finde, ich hatte sehr viel Glück, denn wer bitte bekommt zu Weihnachten einen Drachen?

Autorin

 


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