Logo Faultierklasse Adventkalender
19. Dezember
Autor

Ich, der verformte Künstler, der sehr berühmt wurde

Ich erzähle heute die Geschichte, warum die Farben immer das wichtigste für mich waren und nicht das, das ich zeichnete. Aber dazu müssen wir in die Vergangenheit reisen. Also, es war so. Wie ihr wisst, bin ich ein sehr berühmter Künstler. Ich lebte in dem schönsten Haus der Stadt und war sehr reich, doch eines Tages zog ich nach New York. Warum, weiß ich nicht mehr, das ist schon 60 Jahre her. Also, wie ihr wisst, zog ich um, aber das war nicht leicht, denn ein Flieger war damals auch für mich zu teuer, das war was für Millionäre, und das war ich nicht. Ich fuhr deswegen mit dem Schiff, doch leider war ich seekrank. Eines Mittags taumelte ich aus dem Restaurant, ich hatte meine Geldtasche noch in der Hand, auf einmal machte das Schiff eine starke Kurve und meine Geldtasche mit der Kreditkarte fiel mir über Bord. Nun hatte ich kein Geld mehr. Zum Glück hatte ich die Schifffahrt schon bezahlt. Aber jetzt hatte ich kein Geld mehr und wie sollte ich ohne Geld leben, ich war verzweifelt. In drei Tagen erreichten wir New York, ich hatte in meiner Reisetasche noch etwa 2000 Schilling gefunden, Ich quartierte mich in einer Pension ein, aber dort war es nicht so schön wie mit viel Geld. Ich wollte aber weiterhin ein berühmter Künstler bleiben. Ich war traurig, aber ich gab nicht auf. Eines Abends entschloss ich mich, in das „reichste Haus“ der Straße einzubrechen. So geschah es. Um etwa elf Uhr schlich ich mich zu dem Haus. Zu meiner großen Überraschung war die Tür nicht verschlossen. Ich ging hinein. Ich war schon im Vorhaus, da ging auf einmal die Alarmanlage los. Ich rannte aus dem Haus, am Straßenende leuchteten schon Lichter auf. Es war die Polizei und ich rannte weg. Fünf Meter vor mir parkte ein Auto. Ich sprang hinein, schlug den Fahrer k.o. und fuhr weg. Die Polizei war mir auf den Fersen. Ich fuhr so schnell wie ich konnte. Ich sah mich um, ob ich verfolgt wurde und krachte in eine Hauswand. Die Polizei nahm mich fest. In den darauffolgenden Tagen wurde ich zu drei Jahren Haft verurteilt. Die nächsten drei Jahre war ich nun im Gefängnis. Als ich entlassen wurde, war ich erstaunt über die schönen Farben der Welt, ich lebte unter der Brücke. Auf einmal fand ich einen Zehneuroschein (inzwischen gab es schon Euro). Ich setzte auf alles und kaufte einen Lottoschein und ich gewann und zwar 100000€. Ich wurde wieder Künstler und malte nur noch Farben, weil sie mich so faszinierten.

Autor

 


   Impressum     Kontakt     Privatbereich

zum Seitenanfang