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Förderkonzept der sozial-integrativen Klassen
Wir, die Lehrerinnen und Lehrer der Integrationsklassen haben uns als Förderkonzept zur Aufgabe gemacht, unsere Klassen schulstufenübergreifend zu führen. Wir besuchten in den vergangenen Jahren Schulen, die Klassen dieser Form führen und nahmen an entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen teil. Im Schuljahr 2006/07 erprobten wir diese Idee für 3 Wochen als Schulprojekt und teilten die Schüler/-innen in altersgemischte Gruppen ein. Die Eltern wurden informiert und waren mit der Durchführung des Projektes einverstanden. Warum das alles? - Das ist der eigentliche Inhalt unseres Förderkonzeptes. |
Kinder erlangen soziale Kompetenz - leben soziale Integration …
Viele Kinder wachsen als Einzelkinder auf, oftmals auch ohne Vater. Durch die Mischung der Altersgruppen entsteht eine gewisse familiäre Umgebung, die Vertrauen und Wohlbehagen schafft. Ein jüngeres Kind erlebt, dass immer jemand da ist, der/die „größer“ ist und ihm bei Bedarf helfen kann. Umgekehrt kann auch es die Rolle des Älteren trainieren und so soziale Reife erlangen. Wenn es erlebt, dass es etwas gut kann, werden sein Selbstwert und sein Selbstvertrauen steigen. Durch das Erklären eines Lerninhalts festigt sich dieser ja bekanntlich auch bei jenem/-r, der/die erklärt. Wobei wir beim nächsten wichtigen Punkt wären.
Kinder mit Beeinträchtigungen machen in diesen Klassen die Erfahrung, dass sie auch einmal „die Großen” sind, die mehr können. Ihr Wissen ist gefragt und sie kennen sich in der Schule besser aus als Schulanfänger. Das wirkt sich wiederum positiv auf ihre Persönlichkeitsentwicklung aus.
Für die Jüngsten in der Klasse ist es ein direkter Einstieg in die Begegnung mit Integrationskindern. Die Möglichkeit, dass ein 10-jähriges Integrationskind der beste Freund eines 6-Jährigen wird, wäre ohne dieses Förderkonzept nicht gegeben. Wie die Praxis zeigt, funktioniert dies bestens, weil sie geistig auf dem gleichen Stand sein können. |
Kinder übernehmen Verantwortung für das Lernen - begeisterte Kinder begeistern - Kinder lernen voneinander
Wissenschaftliche Untersuchungen der Bielefelder Laborschule in Deutschland belegen, dass Kinder aus altersgemischten Klassen nicht nur sozial reifer, sondern im Laufe der Zeit auch im Lernniveau altershomogenen Klassen überlegen sind.
Die jüngeren Schüler und Schülerinnen bekommen am Rande so viel mit, was „die Großen” lernen, sodass ein ganz natürlicher, fließender Lernprozess einsetzt.
Ältere Schüler oder Schülerinnen, die Defizite durch Krankheit oder sonstige Probleme haben, können mit den jüngeren frühere Lerninhalte wiederholen und festigen. |
Kinder lernen in ihrem Tempo
Ein Punkt, der uns sehr wichtig für das gewählte Förderkonzept erscheint, ist die gesetzliche Möglichkeit, den Volksschulstoff in 5 Jahren zu absolvieren (Grundstufe 1 in 3 Jahren). Wenn ein/-e Schüler/-in die Klasse nicht wechseln muss, nützt er/sie diese Möglichkeit viel eher und die Zahl der Kinder, die mit ungenügender Reife und Wissen in weiterführende Schulen kommen, wird geringer. Andererseits können hochbegabte Kinder problemlos eine Klasse überspringen ohne aus der Gemeinschaft gerissen zu werden. Der Stress, nicht „mitzukommen” oder im Gegensatz sich zu fadisieren, weil alles viel zu langsam geht, hört ganz natürlich auf. |
Kinder lernen leichter in einer konfliktfreien Atmosphäre …
In Klassen, in denen mindestens 20 gleichaltrige Kinder sind, die sich ständig messen und rivalisieren, kann es zu einem hohen Konfliktpotential kommen. Auch hier haben Beobachtungen und Untersuchungen der Bielefelder Laborschule ergeben, dass in altersgemischten Gruppen dieses Rivalisieren beinahe wegfällt. Jedenfalls hat ein Kind viel eher die Möglichkeit aus dem „Konkurrenzkampf” auszusteigen, wenn es sich auf jüngere oder ältere Mitschüler/-innen einlassen kann. Die Situation wird dadurch erheblich entspannt. |
Kinder erlangen soziale Kompetenz - leben soziale Integration …
Alle diese Aspekte sehen wir in der Praxis bestätigt. Einige positive Aspekte, die wir vorher nicht erahnt hätten, sind sogar dazugekommen. So fällt uns auf, dass allgemein eine andere, „rücksichtsvollere” Kommunikation unter den Kindern herrscht. Sie unterhalten sich nicht nur mit Freunden oder Freundinnen ihrer Altersgruppe, sondern auch mit Kindern jeden Alters. Dadurch entsteht eine viel wärmere Atmosphäre. Auch die Vorbildwirkung der „Älteren” ist viel höher als wir vermutet haben. Erziehliche Maßnahmen übernehmen so oftmals die Kinder und das mit viel größerer Wirkung, als wenn ein Erwachsener eingreifen würde.
Wir, die Lehrer/-innenteams der I- Klassen setzen uns offen und regelmäßig mit unseren Erfahrungen und Beobachtungen auseinander. In diesem intensiven Austausch lernen wir alle Kinder der Integrationsklassen gut kennen und das ermöglicht uns, die Klassentüren für Stunden der Freiarbeit zu öffnen.
Freunde, Freundinnen oder Geschwister treffen sich und suchen sich im Forscherraum oder in einem anderen Klassenraum ein geeignetes Plätzchen zum Arbeiten. Wer gleichbleibende Strukturen braucht oder bevorzugt, bleibt einfach im vertrauten Klassenraum. Mittlerweile nehmen auch Kinder einer benachbarten S-Klasse mit viel Freude an der Öffnung der Klassenzimmer teil.
Die Rückmeldungen der Schüler/-innen und Eltern bestätigen uns in unserem Konzept. |
Die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschulintegrationsklassen
Regina Hemetsberger & Bianca Smolka (Delfinklasse)
Susanna Staudinger & Chistian Trummer (Faultierklasse)
Barbara Simunek & Michaela Mairleitner (Papageienklasse)
Martina Karassek & Maria Sturm (Eisbärenklasse) |
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