Schulmaskottchen Pestalozzerl

Pestalozzischule Vöcklabruck

Volksschulinklusionsklassen

„Es ist normal, verschieden zu sein.“


(R. v. Weizsäcker)


Beim Arbeiten

Wie alles begann

1995/96 suchte eine Gruppe von engagierten Eltern eine Schule, die integrativen Unterricht anbieten wolle und traf auf interessierte Lehrer/innen und ein großzügiges Raumangebot an der Pestalozzischule Vöcklabruck.

Im September 1996 eröffneten wir die erste Volksschulintegrationsklasse.
Dieses Angebot wird bis heute sehr gut angenommen. Viele Aufnahmewünsche konnten wir in den letzten Jahren wegen Platzmangels leider nicht erfüllen.

2007 lösten wir nach vielen Überlegungen und einer langen Vorbereitungszeit die vier altershomogenen Klassen auf, mischten die Kinder aller vier Schulstufen und führen seither unsere vier Inklusionsklassen jahrgangsgemischt. Die Kinder suchten nach passenden Namen und entschieden sich für Papageienklasse, Delfinklasse, Faultierklasse und Eisbärenklasse.

Die Rückmeldungen der Schulkinder und Eltern bestätigen uns in unserem Konzept.

Beim Arbeiten

Was ist uns wichtig?

Wir wollen den Kindern ein Lernumfeld anbieten, in dem sie sich wohl und sicher fühlen, Achtung und Wertschätzung erfahren. Um dies verwirklichen zu können, ist uns funktionierende Teamkultur der Inklusionslehrer/innen sehr wichtig.
Wir treffen uns regelmäßig, um Lerninhalte, gemeinsame Projekte, Probleme und Lösungen zu besprechen.

Unsere Schüler/innen arbeiten während der Lernzeiten an ihren individuellen Lernzielen, die ihrem Leistungsstand, dem Lehrplan und nach Möglichkeit auch dem jeweiligen Interesse des Kindes entsprechen. Ihre Lernfortschritte werden in einer Lernzielmappe dokumentiert. Noten gibt es erst in der vierten Klasse.

Die Schulglocke läutet nur morgens, zur großen Pause und am Ende des Unterrichts. In der „großen Pause“ haben die Kinder Zeit für viel Bewegung.

In den Klassen gibt es Leseecken, Lerngruppen und Lernnischen, Regale mit unterschiedlichsten Lernmaterialien für alle Schulstufen, Ecken zum Forschen, einen Platz für computerunterstütztes Lernen und Platz für den täglichen Gesprächskreis.

Besonders beliebt sind die „offenen Klassentüren“ und Workshops. Freunde oder Geschwister treffen sich zu bestimmten Zeiten, um miteinander zu lernen, zu forschen oder zu basteln. Wer gleichbleibende Strukturen braucht oder bevorzugt, bleibt im vertrauten Klassenraum.

Schulanfänger/innen sollten ein gewisses Maß an Eigenständigkeit, Lerninteresse und sozialer Kompetenz mitbringen, um von dieser Unterrichtsform nicht überfordert zu werden. Ein Unterrichtstag ist klar strukturiert, aber nicht „lehrer/innenzentriert“.

Unsere jahrelangen Erfahrungen zeigen, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Kindern mit und ohne besonderen Bedürfnissen notwendig ist, um allen gerecht zu werden.

Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder im Laufe ihrer Schulzeit eine hohe soziale Kompetenz erlangen können.

Eltern sollten sich mit dem Konzept unserer Schule auseinandersetzen und identifizieren können.

Beim Arbeiten

Warum unterrichten wir am liebsten altersgemischte Gruppen?

Durch die Mischung der Altersgruppen entsteht eine gewisse großfamiliäre Atmosphäre, die Vertrauen und Wohlbehagen schafft.
Ein jüngeres Schulkind erlebt, dass immer jemand da ist, der „größer“ ist und ihm bei Bedarf helfen kann. Umgekehrt kann auch es die Rolle des Älteren trainieren und so soziale Reife erlangen. Wenn es erlebt, dass es etwas gut kann, werden sein Selbstwert und sein Selbstvertrauen steigen. Durch das Erklären eines Lerninhalts festigt sich dieser ja bekanntlich auch bei jener oder jenem, die oder der erklärt.
Kinder mit Beeinträchtigungen machen in diesen Klassen die Erfahrung, dass sie auch einmal „die Großen“ sind, die mehr können. Ihr Wissen ist gefragt, denn sie kennen sich in der Schule besser aus als Schulanfänger/innen.
Das wirkt sich wiederum positiv auf ihre Persönlichkeitsentwicklung aus.

Beim Arbeiten

Welche Vorteile bietet ein jahrganggemischter Unterricht Kindern, die in ihrem eigenen Tempo lernen dürfen?

Ein Punkt, der uns sehr wichtig für das gewählte Förderkonzept erscheint, ist die gesetzliche Möglichkeit, den Volksschulstoff in drei, vier oder fünf Jahren zu absolvieren.
Wenn ein Kind die Klasse nicht wechseln muss, nützt es diese Möglichkeit viel eher und die Anzahl der Kinder, die wegen Unterforderung oder Überforderung „schwierig“ werden, hält sich in Grenzen. Der Stress, nicht „mitzukommen“ oder sich zu langweilen, weil alles viel zu langsam geht, hört ganz natürlich auf.

Hochbegabte Kinder können problemlos eine Klasse überspringen, ohne aus der Gemeinschaft gerissen zu werden, andere Kinder wechseln nicht so schnell mit ungenügender Reife und mangelhaftem Wissen in eine weiterführende Schule.
Wir können auch beobachten, dass in altersgemischten Gruppen das Rivalisieren unter den Kindern wesentlich seltener zu beobachten ist. Ein Kind hat viel eher die Möglichkeit aus dem „Konkurrenzkampf“ auszusteigen, wenn es sich auf jüngere oder ältere Mitschüler/innen einlassen kann. Die Lernatmosphäre entspannt sich dadurch erheblich.
Die inklusive Pädagogik ist in diesem Prozess sehr wesentlich.
Kinder finden durch vielfältigste gemeinsame Erfahrungen zu einem selbstverständlichen und toleranten Umgang miteinander, denn „es ist normal, verschieden zu sein.“ (R. v. Weizsäcker)

Beim Arbeiten

Die Teams der
Inklusionsklassen


im Schuljahr 2017/18

Papageienklasse:
Michalea Mairleitner, Barbara Simunek
Schulassistentin: Regina Rehmann

Delfinklasse:
Birgit Leberbauer, Eva-Maria Stix
Schulassistentin: Brigitte Rebhan-Glück

Faultierklasse:
Susanna Staudinger, Christian Trummer
Schulassistentin: Gabriella David

Eisbärenklasse:
Andrea Fischerauer, Maria Sturm
Schulassistentin: Niki Vierthaler


   Impressum   Kontakt   moodle

zum Seitenanfang